BEWERBUNGSANSCHREIBEN

Eine Entscheidung ist gefallen. Sie möchten sich auf eine konkrete Stelle bewerben und stehen nun vor der Schwierigkeit, ein Bewerbungsanschreiben zu verfassen. Der zuständige Personalsachbearbeiter entscheidet innerhalb von kürzester Zeit, ob Sie für eine Position in Frage kommen oder nicht.

Das Bewerbungsanschreiben spricht alles Wesentliche an. Wichtige Fakten, die eine Verbindung zum Lebenslauf herstellen. Es sollte aber kein ausformulierter Lebenslauf werden.

Das Anschreiben soll kurz und prägnant sein und beim Leser Interesse erwecken, so dass er gerne mehr über Sie erfahren möchte.

WIE LANG DARF EIN BEWERBUNGSANSCHREIBEN SEIN?

Der Umfang eines Anschreibens sollte eine volle A4-Seite nicht überschreiten. So ausführlich wie nötig, so kurz wie möglich ist hier die Regel. Langatmige Aufzählungen und Ausführungen müssen dabei vermieden werden. Dennoch soll das Anschreiben konkret und interessant verfasst werden. Wenn das Anschreiben zu lang geworden ist, dann heißt es kürzen.

WIE IST EIN BEWERBUNGSANSCHREIBEN AUFGEBAUT?

  • Briefkopf/Betreff
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Soziale Kompetenz
  • Optionaler Teil
  • Schlussteil

BRIEFKOPF

Der Briefkopf macht deutlich, wer Absender und Empfänger ist. Damit Sie die Unternehmen auch erreichen, sind Vollständigkeit und Richtigkeit der persönlichen Daten besonders wichtig.

EINLEITUNG

Auch der Einleitung wird eine hohe Bedeutung beigemessen. Sie sollten versuchen, bei dem Lesenden sofort die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Kreative Kreationen* und individuelle Formulierungen sind erwünscht und gern gesehen.

HAUPTTEIL

Hat der Personalverantwortliche erst mal Gefallen an der Einleitung gefunden, ist nun der Hauptteil an der Reihe. Hier haben Sie die Chance, von sich zu überzeugen. Es geht nicht darum Ihren ganzen Lebenslauf und die beruflichen Stationen aufzuführen, sondern Ihren Werdegang sinnvoll zusammen zu fassen. Oft reichen 2 – 3 Sätze.

SOZIALE KOMPETENZ

Eine Bewerbung darf zwar Werbung in eigener Sache sein, eine übertriebene Selbstdarstellung kommt aber selten gut an und wirkt unglaubwürdig. Seien Sie ehrlich! Hier sind wichtige charakterliche Eigenschaften gefordert, die auch auf Sie zutreffen.

Bitte keine Adjektive benutzen, von denen Sie Mal gelesen haben, dass Sie sich gut in Ihrer Vita machen, aber nichts mit Ihrer Person zu tun haben.

OPTIONALER TEIL

Im optionalen Teil geht es nur noch darum, kurze Informationen aufzuführen, wie z. B. Gehaltsvorstellungen oder frühester Einstellungszeitpunkt.

SCHLUSSTEIL

Dieser Teil ist nur noch eine Formalität. Hier drückt man in kurzen Sätzen die Bereitschaft zu einem Vorstellungsgespräch aus und dass Sie sich auf ein persönliches Kennenlernen freuen. Zusätzlich können Sie auch einen Sperrvermerk einfügen. Ein Sperrvermerk ist nur dann sinnvoll, wenn Sie sich über einen Personaldienstleister bewerben und bestimmte Firmen nicht angesprochen werden dürfen.

DARF DAS BEWERBUNGSANSCHREIBEN IN EINER E-MAIL VERFASST WERDEN?

Das Bewerbungsanschreiben ist die erste Visitenkarte. Neben dem Lebenslauf und den Zeugnissen/Zertifikaten gehört das Anschreiben zu der kompletten Bewerbungsmappe dazu.

Bitte keine E-Mail ohne Text oder Betreff verschicken, dies sorgt nur für Verwirrung und könnte dadurch auch in einem Spamordner landen. Sie wundern sich womöglich, dass keine Reaktion erfolgt und sind verärgert. Daher, ein kurzer Hinweis auf die Bewerbungsunterlagen und um welche Stelle es geht, ist in der Regel schon ausreichend. So weiß dann der zuständige Personalsachbearbeiter im Vorfeld, auf welche Position Sie sich bewerben.

*EIN WORT ZUM SCHLUSS, KREATIVE ASPEKTE IN SACHEN FORM UND FARBE

Zum Ende noch ein Hinweis: Jeder hat die Möglichkeit, sein Bewerbungsanschreiben individuell zu gestalten. Es sollte vor allem die Persönlichkeit widerspiegeln. Allerdings ist Vorsicht geboten! Man muss nicht mit ausgefallener Schrift oder farblichen Elementen punkten. Auf knallige Farben oder nicht standardisierte Schriftarten sollten Sie verzichten. In diesem Falle ist weniger mehr!

Darüber hinaus ist ganz wichtig, auf Rechtschreibung und Grammatikfehler zu achten. Fehler sind ein absolutes „No Go“. Lassen Sie das Bewerbungsanschreiben nach Möglichkeit von einem Dritten lesen. Vier Augen sehen bekanntlich mehr.

Ein ganz wichtiger Punkt zum Schluss: Die Kontaktdaten sollten auf KEINEN Fall fehlen, denn wie soll man Sie später zu einem Gespräch einladen. Die Wenigsten machen sich die Mühe, nach Ihnen zu recherchieren oder suchen den schriftlichen Weg. Damit hätten Sie sich vielleicht selbst ins AUS katapultiert.

Autoren: Angelo Salzmann und Jenniffer Langefeld